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Im Sinne dieser Zielsetzung wurden nach
sorgfältiger Einsatzvorbereitung mit Unterstützung der
SAP-Beratung sowie der Andersen Consulting GmbH zum 1. Januar 1993 die
SAP-Bausteine RF (Finanzbuchhaltung), RA (Anlagenbuchhaltung), RK und RK-P
(Kosten-rechnung) sowie RM-MAT (Materialwirtschaft) auf Grundlage
der Basissoftware 5.0 B erfolgreich eingeführt. Seit 1. Januar.1993
werden die Geschäftsvorfälle für die Funktions-bereiche
Finanzbuchhaltung, Kreditoren- und Debitorenbuchhaltung,
Kostenrechnung/Betriebsabrechnung, Auftrags- und Projektabrechnung,
Lohnverrechnung, Anlagenbuchhaltung, Materialdisposition, Einkauf- und
Bestellwesen für alle vier zur HVV-Gruppe gehörenden Unternehmen
produktiv abgewickelt. Alle SAP- und sonstigen Anwendungen der HVV werden
im Regionalen Rechenzentrum Heidelberg auf einem Großrechner des Typs
COMPAREX 8/95 mit 256 MB Hauptspeicher und einer Rechenleistung von 50
MIPS unter MVS/XA, CICS und VSAM verarbeitet.
An der Neuentwicklung
beteiligt
Als eines von 18 Versorgungsunternehmen hat sich die
HVV-Tochter Stadtwerke Heidelberg AG aktiv an der Neuentwicklung des
Jahresverbrauchs-Abrechnungssystems RIVA - einer SAP-Branchenentwicklung -
als Pilotkunde seit 1989 beteiligt. Seit 10. Januar 1994 ist SAP-RIVA nach
umfangreicher Vorbereitung produktiv.
Schmunzelnd stellt Prokurist Reiner Förster fest, daß
künftig die SAP AG, viele ihrer Mitarbeiter - einschließlich einiger
Vorstände - als Kunden der Stadtwerke Heidelberg die neu gestaltete
RIVA-Rechnung erhalten werden. Abgerechnet werden die Sparten Elektrizität,
Erdgas und Wasser für insgesamt 90.000 Kunden mit 160.000 Zählern im
Versorgungsgebiet. Damit wird RIVA erstmalig mit einem hohen Funktionsgrad
für mehrere Sparten erfolgreich eingesetzt.
Vorgehensweise
Mit Projektstart am 1. Juli 1992 wurde aus zunächst
fünf Mitarbeitern der SWH AG und drei externen Beratern (SPE
Unternehmensberatung, Wiesloch) ein Projektteam gebildet. Wöchentlich
wurde eine Projektteamsitzung abgehalten, die den Projektstatus in den
Bereichen Zählerwesen, Baukostenzuschußverwaltung und Hausanschlußwesen,
Ablesung, Abrechnung und Kontokorrent abfragte und das weitere Vorgehen in
Form von Aufträgen an das Projektteam festlegte. Zur Projektkontrolle
wurde mit Checklisten für die einzelnen Arbeitsschritte gearbeitet. In
etwa vier- bis sechswöchigem Abstand wurden im Lenkungsausschuß
grundlegende Entscheidungen getroffen.
Das Einführungsprojekt
wurde in eine Detaillierungs-, Realisierungs-, Test- und Übernahmephase
gegliedert.
So wurden z. B. in der Detaillierungsphase zunächst die
Sollabläufe erarbeitet, bevor in einem nächsten Schritt die Tabellen
ausgeprägt wurden (Top-Down-Verfahren). Während des gesamten
Projektverlaufs fand ein intensiver Wissenstransfer von den externen
Beratern zu den Mitgliedern des SWH- Projektteams und umgekehrt statt.
Diese wurden damit von Anfang an in die Verantwortung genommen. Die
externen Berater leisteten dabei „Hilfe zur Selbsthilfe“.
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„Die frühzeitige Einbeziehung aller von RIVA
betroffenen
Fachbereiche durch aktive Projektmitarbeit war einer der
Schlüsselfaktoren zur erfolgreichen Einführung.“
Die frühzeitige Einbeziehung aller von RIVA
betroffenen Fachbereiche durch aktive Projektmitarbeit war einer der Schlüsselfaktoren
zur erfolgreichen Einführung, da auf diese Weise die technischen und
kaufmännischen Fachbereiche wieder enger zusammenwachsen konnten. Nur so
sind die Integrationspotentiale der Software nutzbar.
Wichtig war ferner, daß eine enge und
partnerschaftliche Kooperation zwischen dem SWH-Projektteam, der SPE
Unternehmensberatung und dem SAP-RIVA-Team erreicht wurde. So wurde
Winfried Wagner, der SAP-Beratungsleiter RIVA, in den Lenkungsausschuß
integriert.
„Das DV-Gesamtkonzept der HVV-Unternehmensgruppe sieht
vor, möglichst für alle kaufmännischen und technischen
Unternehmensbereiche SAP-Standard-Software einzusetzen.“
Mit der Konzeption der
Endbenutzerschulung wurde bereits ein Jahr vor dem Produktivstart
begonnen, so daß die ersten Schulungen bereits im März 1993
(SAP-Grundlagen, RIVA-Überblick) abgehalten werden konnten. Als
Referenten wurden dabei Mitarbeiter der SWH eingesetzt. Auf diese Weise
und aufgrund des frühzeitigen Schulungsvorlaufs konnte eine hohe
Akzeptanz in den Fachbereichen errreicht werden. Es zeigte sich, daß der
Aufwand für Organisation, Gestaltung (Schulungsordner, Übungsaufgaben)
und Durchführung der Schulung von 150 Endbenutzern nicht zu unterschätzen
ist.
Altdatenübernahme
und Produktivstart
Zunächst wurden ein Grobkonzept und das Feindesign
durch das SWH-Projektteam und die SPE Unternehmensberatung erstellt.
Aufgrund der rollierenden Ablesung/Abrechnung und um eine Schlußabrechnung
für alle Kunden im Altsystem zu vermeiden, wurden alle
abrechnungsrelevanten Bewegungsvorgänge (Tarifänderungen, Zählerwechsel,
Altabschläge usw.) des Jahres 1993 in RIVA abgebildet. Die wesentlichen
Stammdaten wurden durch Überleitungs- und Batch-Input-Programme, die
unter großem Einsatz von DV-Mitarbeitern der HVV erstellt wurden, in das
neue System überführt. Aufbauend auf einer bereitgestellten Geräteleitdatei
wurden Batch-Input-Programme zur Abhandlung der oben genannten
Bewegungsvorgänge realisiert. Das Altsystem wurde vom 16. Dezember 1993
bis zu 8. Januar 1994 geschlossen, um mehr als eine Million Transaktionen
durchzuführen. Die Programme zur mobilen Zählerstandserfassung als
Schnittstelle zum RIVA wurden angepaßt.
Nach dem Produktivstart mußten zunächst unter
erheblichem Termindruck die aufgelaufenen Änderungsvorgänge (Umzüge, Änderungsmitteilungen,
Zahlungsvorgänge) manuell in das neue System eingegeben werden, bevor das
erste Bankband zum Einzug der bis dato fälligen Abschlagszahlungen
erzeugt werden konnte. Die ersten 3.500 Jahresverbrauchsabrechnungen sind
am 31. Januar 1994 nach sorgfältiger Einzelprüfung an die Kunden
verschickt worden.
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Weiteres Vorgehen
Neben der geplanten
Releaseumstellung auf RIVA 4.X sind für 1994
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die Stabilisierung der laufenden Produktion, |
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die Integration des Bereichs Fernwärme (Tarifkunden) |
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sowie die Integration der Sondervertragskunden |
vorgesehen.
Mit einem hoch motivierten Projektteam, leistungsfähigen
externen Beratern und einem schnell reagierenden SAP-RIVA-Entwicklungsteam
ist eine Einführung von SAP-RIVA zeit- und kostengerecht möglich.
Porträt
Mit einem Jahresumsatz von
rund 400 Millionen Mark, einem jährlichen Investitionsvolumen von 85 bis
100 Millionen Mark und ca. 1.400 Beschäftigten gehört die Heidelberger
Versorgungs- und Verkehrsbetriebe GmbH (HVV) mit ihren
Tochtergesellschaften Stadtwerke Heidelberg AG (SWH) und Heidelberger Straßen-
und Bergbahn AG (HSB) zu den fünf größten Unternehmen Heidelbergs.
Unter den 600 kommunalen Versorgungs- und Verkehrsunternehmen in der
Bundesrepublik liegt die HVV auf Platz 24.
Als Versorgungs- und Dienstleistungsunternehmen haben
die Stadtwerke und die HSB die Aufgabe, die Bevölkerung der Stadt
Heidelberg und der Umlandgemeinden mit sauberem Trinkwasser, den
umweltschonenden Energien Erdgas, Fernwärme und Strom und mit
Nahverkehrsleistungen zu versorgen. Im Versorgungsgebiet der Stadtwerke
werden 152.000 Einwohner mit elektrischer Energie, 162.000 Einwohner mit
Wasser, 14.500 Einwohner mit Fernwärme und 41.000 Haushalte mit Erdgas
beliefert. Außerdem werden zahlreiche öffentliche Einrichtungen und
Gewerbekunden mit Wasser und leitungsgebundenen Energien versorgt.
Jährlich werden von den Stadtwerken über 800
Millionen Kilowattstunden elektrische Energie, 13 Millionen Kubikmeter
Wasser, 2.100 Millionen Kilowattstunden Erdgas und 570 Millionen
Kilowattstunden Fernwärme für private Haushalte, öffentliche
Einrichtungen, Industrie- und Gewerbekunden bereitgestellt. Die HSB befördert
jährlich 30 Millionen Fahrgäste mit Bus und Straßenbahn und 1,1
Millionen Fahrgäste mit der Bergbahn.
Peter Mülbaier (Projektleiter SWH AG), Pankraz Dremel
(DV-Leiter HVV GmbH) und
Volker Enders (SPE Unternehmensberatung)

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